Exkurs nach Belgien: Pflege einmal ganz anders erleben Zu Besuch bei Huis Perrekes – ein Ort, der zeigt, wie sich Pflege, Wohnen und Menschlichkeit verbinden lassen. Manchmal braucht es einen Blick über die eigenen Grenzen hinaus, um neue Perspektiven zu gewinnen. Genau so ein besonderer Exkurs führte Claudia Reininger und Elli Auer Anfang August 2026 nach Belgien zu Huis Perrekes. Dort durften sie diesen außergewöhnlichen Ort kennenlernen und sogar übernachten. Schon beim Ankommen war eines sofort spürbar: Sie fühlten sich dort rundum wohl. Die Architektur und die liebevolle Innenausstattung beeindruckten besonders. Alles wirkt ästhetisch, warm und wohnlich. Die Räume vermitteln das Gefühl eines Zuhauses und schaffen eine angenehme Atmosphäre, die Geborgenheit und Orientierung unterstützt. Auch Aspekte wie Sauberkeit, Wohnlichkeit und ein angenehmes Raumklima tragen dazu bei, dass sich Bewohnerinnen, Bewohner und Gäste willkommen fühlen. Ein Zuhause, in dem 15 Bewohnerinnen und Bewohner individuell leben und begleitet werden. Ein interdisziplinäres Team arbeitet dort eng zusammen und bringt unterschiedliche Kompetenzen ein. Die jeweiligen Expertisen werden miteinander geteilt und fließen in die tägliche Begleitung ein. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, in der nicht die Pflegeorganisation, sondern der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen und Vorlieben im Mittelpunkt steht. Gemeinsam wird hochwertig gekocht und gegessen, im Garten gearbeitet und das Leben miteinander gestaltet. Es gibt individuelle Musiktherapie, und ebenso Raum für persönliche Wohlfühlangebote, die den einzelnen Menschen Freude bereiten. Andere verbringen ihre Zeit in Gemeinschaft oder ziehen sich zurück. Und auch der Tagesrhythmus orientiert sich am Menschen. Die Bewohnerinnen und Bewohner können ihren Abend möglichst nach ihren persönlichen Gewohnheiten und Wünschen gestalten. Wer noch gemeinsam zusammensitzen, Besuch empfangen, im Garten spazieren gehen oder einfach den Abend genießen möchte, hat die Möglichkeit dazu. Gleichzeitig werden individuelle Bedürfnisse nach Ruhe, Struktur und Unterstützung berücksichtigt. Es gibt nicht das eine richtige Programm für alle. Es geht darum, herauszufinden, was für den einzelnen Menschen Lebensqualität bedeutet. Das ist gelebte Personenzentrierung. Eine Vision, die vor 40 Jahren begann Besonders beeindruckend ist die Geschichte der Gründerin Carla Molenberghs. Vor rund 40 Jahren begann sie mit einer Einrichtung für 15 Bewohnerinnen und Bewohner. Aus dieser Vision sind mittlerweile vier kleinstrukturierte Häuser entstanden – ergänzt durch Angebote der Tagesbetreuung. Kunst und Musik haben bei Huis Perrekes einen besonderen Stellenwert. Gleichzeitig wird großer Wert auf die Einbindung der Dorfgemeinschaft gelegt. Die Bewohnerinnen und Bewohner sind nicht von der Gesellschaft abgeschottet, sondern bleiben Teil eines lebendigen sozialen Umfelds. Was dieser Besuch bewegt hat Der Besuch bei Huis Perrekes hat gezeigt, wie stimmig ein Konzept sein kann, wenn Wertschätzung, Personenzentrierung und kleinstrukturierte Betreuung konsequent auf allen Ebenen gelebt werden. Architektur, Atmosphäre, Essen, Musik, Garten, Begegnung und Betreuung greifen ineinander und schaffen einen Ort, an dem Menschen mit Demenz nicht nur versorgt werden, sondern leben und sich zuhause fühlen dürfen. Gerade die Kombination aus kleinstrukturiertem Wohnen, personenzentrierter Begleitung, interdisziplinärer Zusammenarbeit und einer wohnlichen Atmosphäre macht dieses Konzept so besonders und inspirierend. Dieser Besuch hat dazu angeregt, neue Wege in der Begleitung und im Wohnen von Menschen mit Demenz zu denken und die Möglichkeiten kleinstrukturierter Wohnformen stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Verabschiedet wurden Claudia Reininger und Elli Auer schließlich mit einem Satz, der sie auf ihrem weiteren Weg begleiten wird: „Der Weg ist das Ziel.“ Vielleicht ist genau das die schönste Erkenntnis dieses Besuchs: Jeder Weg beginnt mit einer Vision, einem ersten Schritt und der Bereitschaft, neue Möglichkeiten zu entdecken. Huis Perrekes zeigt eindrucksvoll, was entstehen kann, wenn Menschen den Mut haben, neue Wege zu gehen und dabei Wertschätzung, Selbstbestimmung und Lebensqualität in den Mittelpunkt zu stellen. Mehr Informationen über Huis Perrekes und die Verbindung von kleinstrukturiertem Wohnen, personenzentrierter Begleitung und Lebensqualität bei Demenz gibt es gerne auf Anfrage. Kontaktformular
Personenzentrierte Begleitung bei Demenz
Personenzentrierte Begleitung bei Demenz Eine Demenz verändert vieles – Erinnerungen verblassen, Orientierung geht verloren und alltägliche Aufgaben werden zunehmend zur Herausforderung. Doch eines verändert sich niemals: Der Mensch bleibt derselbe. Mit seiner Persönlichkeit, seiner Lebensgeschichte, seinen Gefühlen und seinem Bedürfnis nach Nähe, Sicherheit und Geborgenheit. Genau das ist der Leitsatz von Demenz.Liebe: Der Mensch steht im Mittelpunkt. Wir sehen nicht zuerst die Diagnose. Wir sehen den Menschen – mit allem, was ihn einzigartig macht. Jeder Mensch ist mehr als seine Erkrankung Hinter jeder Demenz steht ein gelebtes Leben. Eine Mutter, ein Vater, eine Freundin, ein Handwerker, eine Lehrerin, ein Sportler oder ein Musikerin. Menschen mit Träumen, Erinnerungen, Stärken und Erfahrungen, die sie ein Leben lang geprägt haben. Auch wenn Worte verloren gehen, bleibt ihre Persönlichkeit spürbar. Gefühle verschwinden nicht Das Bedürfnis nach Wertschätzung, Zugehörigkeit und Liebe bleibt bestehen. Deshalb begegnen wir jedem Menschen mit Offenheit, Respekt und echtem Interesse. Begegnungen, die von Herzen kommen. Personenzentrierte Begleitung Personenzentrierte Begleitung bedeutet für uns, den Menschen dort abzuholen, wo er sich gerade befindet – ohne zu korrigieren, ohne zu bewerten und ohne Erwartungen. Manchmal entsteht eine wertvolle Begegnung durch ein gemeinsames Lächeln. Manchmal durch das Hören eines vertrauten Liedes, das Betrachten alter Fotografien oder das gemeinsame Anschauen einer vertrauten Sportszene. Es sind oft die kleinen Augenblicke, die große Bedeutung haben. Wenn wir bereit sind, in die Erlebniswelt eines Menschen mit Demenz einzutauchen, entstehen Momente des Vertrauens, der Freude und der Verbundenheit. Verhalten verstehen statt beurteilen Menschen mit Demenz drücken ihre Bedürfnisse häufig nicht mehr mit Worten aus. Unruhe, Rückzug oder Ablehnung sind oft keine „schwierigen Verhaltensweisen“, sondern Ausdruck von Angst, Überforderung, Schmerzen oder dem Wunsch nach Nähe. Bei Demenz.Liebe fragen wir deshalb nicht: „Warum verhält sich dieser Mensch so?“ Sondern: „Was möchte mir dieser Mensch gerade mitteilen?“ Diese Haltung verändert den Blick auf die Erkrankung – und vor allem auf den Menschen. Die Lebensgeschichte als Wegweiser Jeder Mensch trägt einen Schatz an Erinnerungen in sich. Seine Biografie hilft uns zu verstehen, was ihm Freude bereitet, Sicherheit gibt oder Trost spendet. Vielleicht war jemand leidenschaftlicher Gärtner, hat gerne musiziert oder begeisterter Sportler. Diese Erfahrungen bleiben Teil seiner Identität und können Brücken schaffen, wenn Worte fehlen. Deshalb begleiten wir nicht nach einem starren Konzept, sondern orientieren uns an der Individualität jedes einzelnen Menschen. Würde kennt keine Demenz Für uns bedeutet personenzentrierte Begleitung, Menschen mit Demenz in ihrer Würde zu stärken – unabhängig davon, wie weit ihre Erkrankung fortgeschritten ist. Wir schenken Zeit statt Hektik. Wir hören zu statt vorschnell zu handeln. Wir begleiten statt zu bestimmen. Wir schaffen Momente, in denen sich Menschen gesehen, verstanden und angenommen fühlen. Denn jeder Mensch verdient es, mit Respekt, Herzlichkeit und Wertschätzung behandelt zu werden. Unsere Herzensangelegenheit Bei Demenz.Liebe glauben wir daran, dass echte Begleitung dort beginnt, wo der Mensch im Mittelpunkt steht. Nicht die Defizite bestimmen unseren Blick, sondern die Fähigkeiten, die Ressourcen und die Persönlichkeit jedes Einzelnen. Wir möchten Angehörigen Mut machen, Begegnungen ermöglichen und zeigen, dass auch mit einer Demenz erfüllte, liebevolle und wertvolle Momente möglich sind. Denn Erinnerungen mögen verblassen – das Gefühl, verstanden, angenommen und wertgeschätzt zu werden, bleibt tief im Herzen bestehen Wenn Sie sich für sich selbst oder einen nahestehenden Menschen eine personenzentrierte Begleitung wünschen, sind wir gerne für Sie da. Gemeinsam finden wir einen Weg, der auf die individuellen Bedürfnisse und Wünsche Ihres Angehörigen abgestimmt ist. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme unter +43 677 63808401 oder per E-Mail an info@demenzliebe.at
Wenn ein Teddybär mehr ist als ein Kuscheltier – Wie er Menschen mit Demenz Geborgenheit schenken kann
Wenn ein Teddybär mehr ist als ein Kuscheltier – Wie er Menschen mit Demenz Geborgenheit schenken kann Es sind oft die kleinen Dinge, die Großes bewirken. Ein liebevoller Blick, eine sanfte Berührung oder ein vertrauter Gegenstand können für Menschen mit Demenz den entscheidenden Unterschied machen. Ein Teddybär mag auf den ersten Blick unscheinbar wirken – doch für viele Betroffene wird er zu einem Anker in einer Welt, die zunehmend von Unsicherheit und Orientierungslosigkeit geprägt ist. Mit fortschreitender Demenz verändern sich Gedächtnis, Wahrnehmung und Orientierung. Erinnerungen verschwinden, vertraute Gesichter werden manchmal nicht mehr erkannt und Gefühle wie Angst, Unruhe oder Einsamkeit treten häufiger in den Vordergrund. Gleichzeitig bleibt das emotionale Erleben oft erstaunlich lange erhalten. Genau hier setzt der Einsatz von Teddybären an. Ein Teddybär vermittelt Geborgenheit, ohne Worte zu brauchen. Seine weiche Oberfläche lädt zum Berühren, Streicheln und Festhalten ein. Diese einfachen Sinnesreize können beruhigend wirken, Stress reduzieren und das Sicherheitsgefühl stärken. Viele Menschen mit Demenz empfinden beim Halten eines Teddybären eine innere Ruhe, die ihnen hilft, belastende Situationen besser zu bewältigen. Darüber hinaus können Teddybären Erinnerungen wecken. Sie erinnern an die eigene Kindheit, an die Zeit als Mutter oder Vater oder an geliebte Menschen. Solche biografischen Erinnerungen sind in der Demenzbegleitung von besonderer Bedeutung, denn sie fördern Identität, Orientierung und Gespräche über das eigene Leben. Angehörige und Pflegekräfte erleben dabei häufig berührende Momente, in denen längst verloren geglaubte Erinnerungen für einen Augenblick wieder lebendig werden. Auch aus pflegewissenschaftlicher Sicht kann der Einsatz eines Teddybären sinnvoll sein. Er unterstützt das Konzept der personenzentrierten Pflege, bei dem die Bedürfnisse, Gefühle und die Lebensgeschichte des Menschen im Mittelpunkt stehen. Der Teddybär wird dabei nicht als Spielzeug verstanden, sondern als emotionaler Begleiter, der Sicherheit, Trost und soziale Nähe vermittelt. Viele Menschen entwickeln den Wunsch, sich um den Teddybären zu kümmern. Sie halten ihn im Arm, decken ihn zu oder sprechen mit ihm. Dieses fürsorgliche Verhalten vermittelt das Gefühl, gebraucht zu werden und Verantwortung übernehmen zu können. Solche Erfahrungen stärken das Selbstwertgefühl und können das emotionale Wohlbefinden nachhaltig fördern. In der Praxis berichten Pflegekräfte und Angehörige häufig von positiven Veränderungen: Menschen wirken entspannter, finden leichter zur Ruhe und lassen sich besser auf Gespräche oder pflegerische Maßnahmen ein. Dabei gilt stets: Nicht jeder Mensch mit Demenz möchte einen Teddybären. Sein Einsatz sollte niemals bevormundend oder kindlich wirken, sondern immer auf Freiwilligkeit, Wertschätzung und den individuellen Vorlieben der betroffenen Person beruhen. Entscheidend ist eine respektvolle Haltung, die die Würde des Menschen wahrt und seine Persönlichkeit ernst nimmt. Ein Teddybär kann Ängste lindern, Nähe schenken und Momente schaffen, in denen sich ein Mensch wieder sicher und angenommen fühlt. Vielleicht liegt genau darin seine größte Stärke: Er erinnert uns daran, dass echte Begleitung nicht immer große Worte braucht. Manchmal genügt ein weiches Fell, zwei freundliche Knopfaugen und das Gefühl, nicht allein zu sein.
Wenn Essen zur Herausforderung wird: Erfahrungen von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen
Wenn Essen zur Herausforderung wird: Erfahrungen von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen Die folgenden Erkenntnisse stammen aus einer wissenschaftlichen Studie, die untersucht hat, wie Menschen mit Demenz, Angehörige und Fachpersonen Schwierigkeiten beim Essen und Trinken erleben. Dazu wurden 16 bestehende Studien systematisch ausgewertet. Essen und Trinken gehören zu den natürlichsten Dingen im Alltag. Für Menschen mit Demenz kann genau das jedoch zu einer großen Herausforderung werden. Schwierigkeiten beim Essen können zum Beispiel durch körperliche und kognitive Veränderungen sie z.B. Schluckstörungen oder einen verminderten Appetit entstehen. Diese Schwierigkeiten sind bei Menschen mit Demenz weit verbreitet und können zu Mangelernährung sowie zu einer erhöhten Belastung für die Personen selbst und ihre Angehörigen führen. Was sich verändert Viele Betroffene haben Schwierigkeiten beim Essen und Trinken: Sie vergessen zu essen oder verlieren den Appetit. Sie können Besteck schlechter handhaben. Schlucken fällt schwer oder sie verschlucken sich häufiger. Das hat oft auch emotionale Auswirkungen. Viele Betroffene berichten von Scham und Unsicherheit. Einige ziehen sich zurück und vermeiden es, in der Öffentlichkeit zu essen oder Hilfe von jüngeren Familienmitgliedern anzunehmen. Die Perspektive der Angehörigen Auch für Angehörige ist diese Situation sehr belastend. Sie versuchen, ihre Liebsten bestmöglich zu unterstützen – und stoßen dabei oft an ihre Grenzen. Typische Erfahrungen sind: Großer Zeitaufwand: Eine Mahlzeit kann bis zu einer Stunde dauern. Emotionale Belastung: Erforderliche Geduld beim Essen Frust, wenn wenig gegessen wird Sorge bei Gewichtsverlust Angst bei Husten oder Verschlucken Viele Angehörige berichten auch von Schuldgefühlen und der Frage: „Mache ich etwas falsch?“ Besonders belastend ist es, wenn der Gewichtsverlust fortschreitet – das kann zu großem psychischem Stress führen. Angehörige wünschen sich darum die Begleitung durch gut geschulte Fachkräfte, konkrete praktische Tipps für den Alltag sowie Beratung durch Diätolg*innen. Was hilft beim Essen? Die Studie zeigt, dass verschiedene Faktoren das Essen erleichtern können: Eine angenehme Umgebung Ruhige Atmosphäre Wenig Ablenkung Angenehme Musik Gemeinsames Essen mit vertrauten Personen Selbstbestimmung ermöglichen Mitbestimmung beim Essen und der Respekt der Wünsche der Menschen mit Demenz ist besonders wichtig. Viele Menschen mit Demenz möchten so lange wie möglich selbst entscheiden: Was sie essen Wann sie essen Ob sie beim Kochen helfen Schon kleine Entscheidungen können das Gefühl von Kontrolle und Würde stärken. Beziehung und Erfahrung der Pflegenden Eine gute Beziehung und Erfahrung der betreuenden Personen spielt eine große Rolle. Geduld, Verständnis und Einfühlungsvermögen sind entscheidend. Fazit Bei Demenz zeigt sich, wie wichtig ein einfühlsamer Umgang, Geduld und individuelle Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme sind. Besonders entscheidend ist: Die Bedürfnisse und Gefühle der Betroffenen ernst nehmen und eine gute Zusammenarbeit zwischen Betroffenen, Angehörigen und Fachpersonen etablieren. Quelle: Cai, M.; Gong, Xiaoyan; Yang, Yi; Haiyan He; Wu, Xuehua (2026): Views and Experiences of People With Dementia, Informal Caregivers and Professionals on Eating and Drinking Difficulties: A Qualitative Systematic Review. In: Journal of Advanced Nursing. DOI: 10.1111/jan.70547.
Heiße Tage entspannt meistern – mit Demenz durch den Sommer
Heiße Tage entspannt meistern – mit Demenz durch den Sommer Sommer und Sonne tun vielen Menschen gut – starke Hitze kann für Menschen mit Demenz jedoch schnell zur Herausforderung werden. Durst wird häufig später wahrgenommen und hohe Temperaturen können Müdigkeit, Unruhe oder Verwirrtheit verstärken. Umso wichtiger sind kleine, unkomplizierte Maßnahmen im Alltag: ausreichend trinken, leichte Kleidung tragen und Aktivitäten möglichst in die kühleren Morgenstunden legen. Gut sichtbare Getränke, ein schattiger Platz im Freien oder angenehm kühle Räume können an heißen Tagen einen großen Unterschied machen. Auch frisches Obst mit hohem Wassergehalt, wie Melone oder Gurke, ist eine einfache Möglichkeit, zusätzliche Flüssigkeit aufzunehmen. Angehörige und Begleitpersonen können dabei unterstützen, regelmäßig ans Trinken zu erinnern – ganz ohne Druck und möglichst in vertrauten Routinen. Mit etwas Aufmerksamkeit und wenigen Anpassungen lässt sich die Sommerzeit auch an besonders heißen Tagen angenehm gestalten. Denn oft sind es die kleinen Dinge, die für mehr Wohlbefinden sorgen.
Vernetzt, inspiriert, bereit: Bregenz 2026
Vernetzt, inspiriert, bereit: Bregenz 2026 Im April 2026 machten sich Claudia und Melanie aus dem Vorstand des Vereins Demenz.Liebe auf den Weg nach Bregenz, um am Vernetzungstreffen von Demenzworld teilzunehmen – und kehrten mit weit mehr zurück als neuen Kontakten. Bregenz empfing sie mit einer besonderen Atmosphäre: eine Stadt, die gleichzeitig Ruhe schenkt und neue Energie freisetzt. Zwischen Bodensee und Bergen entstand Raum zum Innehalten, zum Durchatmen und zum bewussten Reflektieren der eigenen Arbeit. Genau dieser Raum war es, der den Blick wieder klar machte für das Wesentliche – und für das, was kommen darf. Das Vernetzungstreffen selbst war geprägt von Offenheit, Inspiration und echtem Miteinander. Neue Begegnungen entstanden, Ideen wurden geteilt und weitergedacht, Perspektiven erweitert. Es war spürbar: Hier treffen Menschen zusammen, die nicht nur über Veränderung sprechen, sondern sie aktiv gestalten wollen. Für Claudia und Melanie wurde einmal mehr deutlich, wie wichtig solche Momente des Austauschs sind. Visionen wurden gestärkt, neue Impulse gesetzt und der Mut gefestigt, den eigenen Weg weiterzugehen – auch dann, wenn er nicht immer leicht ist. Mit frischer Kraft und vielen neuen Gedanken im Gepäck kehrten sie zurück. Die Zeit ist reif, neue Türen zu öffnen, bestehende Netzwerke zu vertiefen und gemeinsam noch mehr für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zu bewegen. Bregenz war dabei nicht nur ein Ort – sondern ein Gefühl. Und dieses Gefühl wirkt weiter.
Empathie bei Demenz – Warum echtes Verstehen den Unterschied macht
Empathie bei Demenz – Warum echtes Verstehen den Unterschied macht Demenz verändert vieles – Erinnerungen, Verhalten, Orientierung. Für Außenstehende wirkt das oft schwer nachvollziehbar. Für Betroffene selbst fühlt es sich jedoch absolut real an. Genau hier kommt Empathie ins Spiel – und sie ist wichtiger denn je. Empathie bedeutet heute mehr als nur „Mitgefühl“. Es geht darum, wirklich hinzuschauen, zuzuhören und sich auf die Welt des anderen einzulassen – auch wenn sie nicht unserer eigenen Logik entspricht. Menschen mit Demenz leben oft in ihrer eigenen Wirklichkeit. Statt sie ständig zu korrigieren, hilft es, ihre Gefühle ernst zu nehmen. Denn hinter Aussagen steckt fast immer ein Bedürfnis: Sicherheit. Orientierung. Nähe. Wenn jemand sagt, er müsse „nach Hause“, geht es selten um einen Ort – sondern um ein Gefühl. Was hilft im Alltag? Nicht sofort verbessern oder widersprechen Gefühle erkennen statt Fakten diskutieren Ruhe ausstrahlen und Sicherheit geben Im Moment bleiben – nicht in der „richtigen“ Realität Empathischer Umgang bedeutet nicht, alles zu verstehen – sondern bereit zu sein, sich einzufühlen. Und genau das kann den Alltag für alle Beteiligten spürbar leichter machen. Die gute Nachricht: Empathie ist trainierbar. Mit dem richtigen Wissen und etwas Übung lassen sich Begegnungen klarer, wertschätzender und entspannter gestalten. Unser Impuls: Für unseren Verein steht Empathie an oberster Stelle. Deshalb entwickeln wir laufend neue Wege, wie sie in unterschiedlichsten Settings erlebbar und erlernbar gemacht werden kann. Du hast Ideen oder möchtest deine Perspektive einbringen? Dann schreib uns – info@demenzliebe.at – wir freuen uns auf den Austausch!
Willkommen, 2026!
Willkommen, Jahr 2026! Schon in den ersten Tagen des neuen Jahres arbeitet das Team des Vereins Demenz.Liebe mit viel Engagement und Herz an einer wunderbaren Projektidee, die unsere Vereinsarbeit weiter bereichern wird. Auch im Jahr 2026 setzen wir uns mit Leidenschaft dafür ein, Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zu unterstützen, Begegnungen zu schaffen und das Thema Demenz mit mehr Offenheit, Wertschätzung und Menschlichkeit in die Öffentlichkeit zu tragen. Die Vorfreude auf alles, was vor uns liegt, ist groß. Wir freuen uns auf den Austausch mit euch, auf eure Wünsche, Ideen und Anregungen – und darauf, unseren Weg gemeinsam weiterzugehen.
Ein bewegender Kontakt
Ein bewegender Kontakt, der zeigt, wie wichtig unsere Arbeit ist Vor kurzem meldete sich ein neuer Interessent bei unserem Verein, dessen Lebensweg uns tief bewegt hat. Er verlor vor einigen Jahren seine Ehefrau, die mit einer demenziellen Veränderung lebte, und sucht heute – trotz dieses schmerzhaften Verlustes – den Weg zu mehr Austausch, Verbundenheit und Sinn. Er möchte sich unserem Verein anschließen, um gemeinsam mit anderen Betroffenen und Angehörigen einen Beitrag zu leisten. Seine Bereitschaft, dafür sogar weite Wege auf sich zu nehmen, berührt uns sehr. Besonders dankbar sind wir dafür, dass er uns ein sehr persönliches Gedicht über seine Gefühle zu seiner verstorbenen Frau Eva anvertraut hat. Dieses Gedicht dürfen wir – mit seinem ausdrücklichen Einverständnis – in diesem Blog teilen. Es erinnert daran, wie viel Liebe, Verlust, Stärke und Hoffnung in den Geschichten der Menschen steckt, die sich an uns wenden. LIEBE Ihr Leben lang war Sie aktiv.Der Fall in das „Vergessen“ war tief.Ihr fröhlicher Geist ist nicht mehr klar.Sie ist nicht mehr die, die Sie einmal war. Wir mussten erst lernen, damit zu leben,dem Dasein einen Sinn zu geben.Doch wuchs in diesen schweren Tagenin uns auch die Kraft, diese Bürde zu tragen. Wir leben jetzt in zwei verschiedenen Weltenin denen spezielle Spielregeln gelten.Jetzt, wo Worte nichts mehr taugensucht man das Glitzern in den Augen. Ein stilles Lächeln, das wieder entschwindet, das ist das Glück, das uns jetzt verbindet.Ein Glück, das leider nicht alle kennen.Auch wenn wir es allgemein „Liebe“ nennen. Werner L.
Rückblick auf das erste Demenz Meet Steyr – „Mit allen Sinnen genießen“
Rückblick auf das erste Demenz Meet Steyr – „Mit allen Sinnen genießen“ Am 2. Oktober 2025 fand im Dominikanerhaus Steyr das erste Demenz Meet statt – ein besonderes Zusammenkommen, das unter dem Motto „Mit allen Sinnen genießen“ stand. Veranstaltet von Demenz.Liebe, bot die Veranstaltung einen lebendigen, berührenden und inspirierenden Rahmen, in dem sich rund 130 Gäste – Betroffene, Angehörige, Fachleute und Interessierte – begegneten, austauschten und miteinander Zeit verbrachten. In der liebevoll gestalteten Atmosphäre wurde schnell deutlich, wie wertvoll solche Begegnungen sind. Es wurde gemeinsam gelacht, erzählt, zugehört – und vor allem genossen. Besonders die persönlichen Gespräche mit Menschen, die selbst mit Demenz leben oder ihre Angehörigen begleiten, haben viele Besucher tief bewegt und neue Perspektiven eröffnet. Ergänzt wurde das Programm durch die „Piazza der sozialen Dienstleister“, auf der regionale Organisationen ihre vielfältigen Angebote präsentierten. Sie bot eine gute Gelegenheit für Information, Austausch und Vernetzung mit den sozialen Akteuren der Region. Ein besonderer Dank gilt unseren Kooperationspartnern, die diesen Tag so bunt und lebendig mitgestaltet haben: Das SOG Theater aus Wiener Neustadt brachte mit seiner mitreißenden Performance spürbare Freude, Leichtigkeit und Lebensfreude in den Raum – ganz im Zeichen des Veranstaltungsmottos. Studierende der FH Gesundheitsberufe OÖ präsentierten ihr Fingerfoodprojekt „Kleine Happen, großer Genuss“, das eindrucksvoll zeigte, wie genussvolle, kreative Ernährung auch bei kognitiven Einschränkungen gelingen kann. Ihr Engagement und ihre Ideen fanden großen Anklang bei den Gästen. Das Demenz Meet war ein Fest der Begegnung, der Sinne und der gegenseitigen Wertschätzung. Es hat gezeigt, wie viel möglich ist, wenn wir einander mit Offenheit, Respekt und Freude begegnen. Wir freuen uns sehr, dass unsere Veranstaltung herzlich aufgenommen wurde – und blicken mit großer Vorfreude dem nächsten Demenz Meet Steyr im Frühjahr 2027 entgegen. Bis dahin bleiben viele Eindrücke, Gespräche und Begegnungen im Herzen – und die Gewissheit, dass Demenz uns alle angeht und verbindet.